Wolle selber färben

Handgefärbte Wolle sieht so toll aus, ist aber meistens auch ziemlich teuer. Also, warum nicht mal selbst probieren, dachte ich. Für Anfänger wird empfohlen, erst mal mit Ostereierfarben zu testen, bevor man sich extra Töpfe etc für Säurefarben anschafft. Ostereierfarben hatten wir vom letzten Eier färben noch 2 Päckchen übrig. Ungefärbte Sockenwolle habe ich bei supergarne.de bestellt und gestern, als das Paket kam, ging’s auch gleich los. Nach dem Studium diverser im Netz kursierender Anleitungen habe ich mich für das Färben im Topf entschieden, weil es mir am unkompliziertesten erschien. War auch so 😁 . Die Wolle kurz (1\2 Std) in warmem Wasser mit 3-4 EL Essig eingeweicht, in der Zeit schon mal Wasser im Topf bis kurz vorm kochen heiß gemacht und Farben angerührt, dann die Wolle leicht ausdrücken und in den Topf legen. Farbe drauf (blau rechts, grün links), warten…

Wenn das Wasser klar ist, hat die Wolle die ganze Farbe aufgenommen und das Wasser ist so weit abgekühlt, dass man die Wolle ohne Verbrennungen aus dem Topf nehmen und unter kaltem Wasser ausspülen kann.

Mit dem Ergebnis war ich so zufrieden, dass ich heute gleich noch die restlichen Farben aufgebraucht habe. 😊

Einen Strang habe ich erst komplett gelb gefärbt (Farbe direkt in den Topf und dann erst die Wolle) und dann mit immer wieder eintauchen (in den Topf mit Farbe) und jedes mal ein Stückchen weiter mit rot drüber.

Das gleiche (also das mit dem eintauchen) noch mit lila und jetzt habe ich keine Farbe mehr 😕 Ich habe für jede Farbe zwei von den Farbtabletten genommen um wirklich intensive Farben zu erhalten.

Da werden auf jeden Fall noch weitere Versuche folgen!

Das macht Spaß! 😊

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Ein Weg ist kein Weg

Es gibt zwischen unserem Dorf und dem Nachbarort einen Verbindungsweg durch Wald und Felder. Bis vor kurzem bestand dieser auch noch aus tatsächlich ganz normalem Wald- und Wiesenboden. Doch die Gemeinde wollte den Weg gerne befestigen, da es doch auch von der EU genau dafür Fördergelder geben sollte und die kann man ja schließlich nicht verkommen lassen! Viele Anwohner, die diesen Weg gerne zum spazieren gehen, laufen, reiten oder Fahrrad fahren benutzen, protestierten gegen die Pläne. Es wurden Unterschriften gesammelt, um einen der letzten nicht asphaltierten Wege in der Gegend zu erhalten. Es wurde auch argumentiert, dass der Weg ja viel teurer würde, als die Förderung hergeben würde, aber der Gemeinderat winkte ab und versprach allen nur einen noch besseren Nutzen. Es sollte auch nicht asphaltiert werden, sondern nur ein Granulat aufgebracht und fest gewalzt werden. Das würde ganz toll! Auch für die Radfahrer, die auf diesem Weg weiterhin sicherer in den Nachbarort kommen würden, als an der Straße, wo die Autos mit Tempo 100 dicht an einem vorbei rauschen! Hm?! Kurz, der Protest nützte nix, der Weg wurde beschlossen und die Vorbereitung begann. Es wurde viel Geld ausgegeben für Planung, Messung, Rodung der Seitenstreifen und jede Menge Sand der auf den Weg gekippt wurde.. und dann, merkte man plötzlich, dass das Ganze teurer würde als die EU-Gelder hergeben würden (klingelt da was!?) und der Bau wurde eingestellt. Der Sand liegt allerdings immer noch auf dem Weg. Fahrrad fahren ist nun gar nicht mehr möglich und zu Fuss fühlt man sich in eine Dünenlandschaft versetzt, es fehlt nur noch das Meeresrauschen. Wer schon einmal am Strand durch tiefen lockeren Sand gestapft ist, weiß wovon ich rede.

Tja, schade, liebe Politik treibenden! Wieder mal: Danke, für Nix!! 😤

Kreativer Widerstand…

…und friedlicher Protest wird übrigens von der örtlichen Polizeigewalt immer noch massiv zu verhindern versucht.

http://wendland-net.de/video/was-geschah-in-hitzacker-42199

Auch wenn ich bei dieser Aktion nicht persönlich dabei war, bin ich doch geneigt, den AktivistInnen zu glauben. Wir werden die Berichterstattung hierzu weiter verfolgen…

Die KLP (Kulturelle Landpartie) ist mal wieder zu ende. Wie jedes Jahr sind wir hin und her gerissen zwischen: Toll, so viele Konzerte und Veranstaltungen, die sich wirklich lohnen anzusehen und boah, ätzend diese vielen Menschen, die über den sonst eher ruhigen Landkreis herfallen wie die Heuschrecken! Zum Teil hat man sogar das Gefühl, dass einige von diesen Leuten meinen, ihnen gehöre hier alles, solange sie die Wendländer mit ihrer Anwesenheit beehren. Da wird ohne zu fragen auf Privatgrundstücken rum gelaufen oder geparkt, so dass die Anwohner inzwischen Schilder aufstellen mit der Bitte dieses doch zu unterlassen. Aber am schlimmsten sind die Radfahrer, die scheinbar meinen, Autos hätten auf der Strasse nichts zu suchen und diese dann völlig ignorieren, sich über die ganze Strassenbreite verteilen und gemütlich die Gegend bestaunen, oder im ärgsten Fall ohne Handzeichen von rechts nach links wechseln, während man gerade zum überholen ansetzt und einem dann den Stinkefinger zeigen, wenn man nach der Vollbremsung hupt, um sie auf ihr gefährliches Verhalten aufmerksam zu machen. Alles erlebt! 😟

Aber wie gesagt, die guten Erlebnisse gibt es auch und es sind nicht alle Menschen solche Trampel. Dieses Jahr haben wir uns gezielt Konzerte und Aufführungen rausgesucht, die wir gerne sehen wollten, haben nebenbei an den jeweiligen Wunderpunkten das Kunsthandwerk bestaunt und Inspirationen zum selber machen gesammelt. Die große Widerstandsparty in Gorleben haben wir uns dieses Jahr das erste mal gespart, weil wir beide keine Lust auf so viele Menschen hatten.

Gesehen haben wir: Hobo und Tim, LuLeLuftakrobatik, direkt, Trio Red Sun, Minnie Marks, das Chaos Variete und A Glezele Vayn. Keine schlechte Bilanz für gerade mal 2 Wochen 😊 und das meiste hat sich wirklich gelohnt, aber jetzt reicht es auch. Jetzt machen wir wieder mehr selber Musik und irgendwann treten wir dann auch auf 😄

Aus gegebenem Anlass

Alles Gute zum Burzeltag Großer! 💞

so bunt das Leben…

Das Leben ist bunt, aber in den letzten Monaten habe ich das nicht mehr gesehen, nicht mehr wahrgenommen. Ende letzten Jahres war ich völlig am Ende, alle Akkus waren leer und scheinbar auch kaputt, denn sie ließen sich nicht mehr aufladen. Obwohl es eigentlich kein schlechtes Jahr war, mit Malin‘s Schulwechsel und meiner Norwegenkreuzfahrt, den neuen Dreadlocks… Aber alles, was mir sonst Freude gemacht hatte, fand ich plötzlich anstrengend und sinnlos. Selbst Stricken, was mich sonst entspannte, war einfach nur blöd. An manchen Tagen wollte ich alles hin schmeissen, um mich schlagen und schreien, an anderen Tagen wollte ich mich am liebsten in einer Ecke verkriechen und heulen. Ich fand die Welt und mein Leben einfach nur scheiße und wollte es am liebsten gar nicht mehr haben. Mit logischen Argumenten, dass es mir doch eigentlich gut geht und ich doch dankbar sein müsste konnte man mir nicht kommen, das hat mich nur noch mehr verzweifeln lassen, weil ich mich dann schlecht fühlte, weil ich mich schlecht fühlte.

Hinzu kamen noch Schlafprobleme, Verspannungen, ständiger Schwindel, Kopf- und Bauchschmerzen. Rückenschmerzen hatte ich eh schon seit Jahren, die wurden aber auch gefühlt immer schlimmer. Irgendwann ging ich dann doch mal zum Arzt und erzählte von meinen Beschwerden. Da organische Ursachen ausgeschlossen werden konnten, fragte er, ob ich mir vorstellen könnte, dass es psychosomatische Ursachen haben könnte, ließ mich einen Fragebogen ausfüllen und schrieb mich wegen einer mittelschweren Depression krank.

Ich kam mir vor, als würde ich an einer Kante über einem tiefen dunklen Abgrund hängen. Manchmal schaffte ich es noch, mich ein Stück hoch zu ziehen und die Sonne zu sehen, aber dann gaben wieder ein paar Steinchen nach und ich rutschte wieder ab. Meine Hoffnung, dass alles wieder gut werden würde, wurde weniger und weniger und ich bekam immer mehr das Gefühl, mich nicht mehr halten zu können. Der Gedanke einfach loszulassen wurde immer verlockender. Ja, ich hatte mir dieses Leben (mehr oder weniger) selber ausgesucht, doch nun fühlte sich alles falsch an und zurück konnte ich nicht mehr. Ich wußte aber auch nicht, wohin ich weiter gehen sollte. Irgendwann gestand ich mir ein, dass ich das nicht alleine schaffen würde. Ich machte mich auf die Suche nach einer Therapeutin, auch wenn ich mir nicht vorstellen konnte, wie die mir helfen könnte. Ich hatte Angst, weil ich das erste Mal in meinem Leben überhaupt keine Vorstellung davon hatte, wie es weitergehen würde und wie ich es schaffen sollte zu überleben. Auch zu Hause wurde es nicht besser. Die Verzweiflung wuchs von Tag zu Tag, ich war zunehmend gereizt und wollte oft am liebsten weglaufen. Das führte schließlich zu dem Entschluss, mich in einer psychosomatischen Klinik anzumelden. 6 Wochen raus aus allem. Täglich Therapien und Zeit nur für mich. Zeit mir selber klar zu werden, wer ich eigentlich bin und was ich will und brauche.

Jetzt bin ich seit 2 Wochen wieder zu Hause und stehe oben am Abgrund. Die Kante ist noch etwas bröckelig, ich muss noch einige Schritte gehen, bevor ich auf sicherem Boden stehe, aber ich bin oben und habe eine gute Ausrüstung mitbekommen, mit der ich mich vor einem erneuten Absturz sichern kann. In der Klinik habe ich mich im wahrsten Sinne des Wortes neu sortiert, durch eine Aufstellung meiner inneren Anteile. Die starke unabhängige Frau geht voran, die Wut als Antriebskraft im Rücken, die Partnerschaft stärkend an der Seite, das ängstliche innere Kind an der Hand. → Mut!!

Mein inneres Kind war allein gelassen, ängstlich in einer kleinen Kammer. Ich habe die Tür geöffnet und es an die Hand genommen, um es nie mehr allein zu lassen!

So eine Freude habe ich schon ganz lange nicht mehr gespürt!

Ich kann wieder lachen!

Ich sehe das Schöne in der Welt!

Ich kann wieder lieben, von ganzem Herzen!

Ich bin wieder dankbar!

Ich bin klarer in meinen Entscheidungen!

Meine erste klare Entscheidung war: Ich will nicht mehr in der Schule arbeiten! Ich bin sehr erleichtert über diese Entscheidung, auch wenn ich noch keine genaue Vorstellung davon habe, was ich stattdessen machen soll. Es geistert eine Idee in meinem Kopf rum, aber ich weiß nicht sicher, ob ich mich traue. Mal sehen. Ich habe noch ein bißchen Zeit. Vielleicht begegnet mir ja doch noch mein Traumjob, ich halte die Augen offen…. :0)

Meine nächste klare Entscheidung war, wieder zu schreiben und zwar genau darüber, wie es mir in den letzten Monaten ging, um zu zeigen und öffentlich zu machen, dass es jedem passieren kann, abzurutschen in eine Depression, einen Burn-out oder wie immer man es nun auch nennen möchte. Ich habe mich für einen achtsamen Menschen gehalten. Ich habe meditiert, Yoga gemacht, versucht mich auch über Kleinigkeiten zu freuen und dankbar zu sein. Und doch hat das Leben und meine festgefahrenen Glaubenssätze mich überrollt und ich habe Hilfe gebraucht, um klarer zu sehen. Es hat geholfen eine Ahnung davon zu bekommen, woher sie kommt, die Erschöpfung. Es hat geholfen alte Verhaltensmuster aufzulösen und neue zu entwickeln. Das ist auch noch lange nicht abgeschlossen, aber ich bin wieder unterwegs auf einem Weg, einem besseren als vorher und hänge nicht mehr zappelnd am Abgrund. Ich habe mich dazu entschieden euch das zu erzählen, um Mut zu machen, wenn ihr selber keinen Weg mehr seht, den ihr gehen könnt, sucht euch Hilfe. Habt keine Angst vor dem Stempel ein Psycho zu sein, oder zu schwach zu sein euer Leben selbst in den Griff zu kriegen. Einer der Therapeuten in der Klinik sagte: „Ihr, die ihr hier in die Klinik gekommen seid, ihr seid die geistige Elite, denn ihr habt schon erkannt, dass ihr ein Problem habt. Die da draussen haben es nur noch nicht gemerkt, dass auch sie ein Problem haben.“

In diesem Sinne, ich gehe mal weiter auf meinem neuen Weg. Kommt doch mit…. ;0)

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